2021 wird unser Jahr! Oder?

Ende Dezember ist traditionell die Zeit der Jahresrückblicke. Natürlich und verständlicherweise ist Corona in diesem Jahr das alles beherrschende Thema – hat das Virus doch unser aller Leben ganz schön durcheinandergebracht in diesem Jahr.


Ich erinnere mich, dass ich Prof. Caipira bei unserer Jahresanfangs-Roda erzählte, dass ich mir jedes Jahr zum Jahresbeginn vornehme: „Dieses Jahr wird MEIN Jahr!“, und dann mit schöner Regelmäßigkeit irgendetwas dazwischenkommt (normalerweise irgendeine Art von Verletzung) und dass ich schon gespannt sei, was es denn dieses Jahr wieder wäre. Nun, mit Corona hatte ich ganz bestimmt nicht gerechnet!


Ganz im Gegenteil: Im Januar war ich noch überzeugt, große Capoeiraereignisse würden ihre Schatten vorauswerfen. Mit den geplanten Batizados von Professor Caipira und Professora Oncinha hätten gleich zwei unserer Lehrer ihre Eventpremiere gefeiert. Außerdem war eine zweite Auflage des Capoeirathon „100 Jogos“ geplant. Von unzähligen weiteren Festivals im In- und Ausland und regelmäßigen Rodas mal ganz abgesehen. Mit unserer Jahresanfangs-Roda, der Roda de Amigos von Prof. Fogo und der Roda Feminina anlässlich des internationalen Frauentages hatte das Capoeira-Jahr gerade erst anfangen, sich warmzulaufen. Schweren Herzens mussten wir die meisten Projekte mit Beginn der Corona-Zeit vorläufig „ad acta“ legen (doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben!).



Eines hat das vergangene Jahr ganz klar gezeigt: Capoeira ist unfassbar vielseitig! Ich dachte eigentlich, das wüsste ich bereits, aber nun ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass das nicht nur bezogen auf das Individuum, sondern auch in Bezug auf die äußeren Rahmenbedingungen gilt. Die Capoeira ist anpassungsfähig und sie gibt NIEMALS auf. Wir trainierten im Sommer lange „outdoor“ (wer dieSe spezielle Atmo vermisst: Die offizielle „Capoeira Summer Vibes Playlist“ von MC Cigano könnt Ihr Euch hier holen) und während der Shutdowns per ZOOM Videokonferenz, zwischenzeitlich auch für einige Wochen mit Hygienekonzept in der Sporthalle. Jedes Mal, wenn die nächste Maßnahmenlockerung oder -verschärfung erfolgte, haben wir unser Training einfach wieder angepasst.



Natürlich haben die Rodas gefehlt. Die Musik. Das Adrenalin. Trotzdem war die Stimmung in den Trainings gut. Selten wurde in unseren Trainingsrodas so viel gelacht (okay, eventuell hat man das auch einfach wegen der fehlenden Livemusik mehr mitbekommen als sonst).

Wir sind beim Outdoor-Training meist mit tollem Wetter belohnt, aber auch mal komplett geduscht worden und es hat uns nur angespornt, weiterzumachen. Jetzt erst recht!

Beim Capoeira-Camp sind wir zum ersten Mal mit dem Rad unterwegs gewesen (hier wurde bereits darüber berichtet) und wurden für die Strapazen mit einer wirklich wunderschönen Aussicht über die Rhön belohnt.


Außerdem gab es auch in diesem Jahr in unserer Gruppe wieder einige Capoeira-Babys, die unseren Kindertrainern in einigen Jahren hoffentlich zusätzliche Arbeit verursachen werden (Herzliche Glückwünsche nachträglich an Prof. Fogo, Instr. Muricoca, Graduado Leao, Monitor Casa Grande, Sarao und Safrano!).


Es war also wirklich nicht alles blöd. Anders, ganz klar. Aber ich finde, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Shoutout an alle Lehrer*innen und Schüler*innen, die dieses seltsame Jahr im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten trotzdem gerockt haben! Nun liegt unser Fokus darauf, den Winter gut zu überstehen. Fit zu bleiben, die Motivation niemals zu verlieren und am Zoom-Training dranzubleiben (unsere Trainer machen das ihren Schülern mit wirklich gut durchdachten und sehr abwechslungsreichen Online-Trainings aber einfach!). Die Rodas kommen wieder!


Nach dem Winter erwartet uns hoffentlich ein Frühjahr mit günstigeren Rahmenbedingungen, das durch die kontinuierliche Durchimpfung der gefährdeten Personengruppen peu a peu wieder Lockerungen erlaubt. Und mit etwas Glück kehrt im nächsten Sommer ein Stück Capoeira-Normalität zurück. Die Vorfreude auf die erste Roda – mit richtiger Bateria! – verursacht mir regelrechte Gänsehaut. Auch eine neue Erfahrung in dieser Pandemie. Wann haben wir das letzte Mal in so extremem Maß Vorfreude verspürt? Wir leben ja in einer Welt, in der es ziemlich normal ist, dass alle unsere Bedürfnisse und Wünsche mehr oder weniger instant befriedigt werden.


Außerdem haben wir für 2021 bereits ein paar weitere interessante Projekte in der Pipeline, die nur auf ihre Umsetzung warten – sobald die äußeren Umstände dies erlauben. Stay tuned!


In diesem Sinne genießt die Feiertage. Esst gut, trinkt gut, ruht Euch aus :) Nehmt das Tempo ein bisschen zurück. Das zurückliegende Jahr hat uns psychisch viel abverlangt. Schöpft Kraft und seid im Januar wieder dabei, wenns weitergeht. Einen kleinen Videorückblick auf das Coronajahr 2020 gibt’s hier. Viel Spaß beim Anschauen!


Einen guten Start ins neue Jahr wünscht Euch Eure Emcima.

Bleibt gesund!


PS: Die Online-Trainings gehen offiziell am 11. Januar weiter. Ein Vöglein hat mir allerdings gezwitschert, dass es trotzdem auch zwischen den Jahren die eine oder andere Möglichkeit gibt… wer näheres wissen möchte, wendet sich bitte vertrauensvoll an Prof. Fogo.

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